Chiang Mai 2019 – Teil 1

Flug delayed – 2 hours ! Nicht schön, aber was soll man machen?

Sehr angenehm sind in Chiang Mai die Prepaidtaxen – die kurze Fahrt in die Stadt kostet 150 Baht – da gibt´s nichts zu diskutieren, keine Abzocke wie sonst bei den Taxifahrern am Airport.

Andrea und ich hatten uns zusammen was besseres gegönnt, eine 30 € – Unterkunft mit einem „Olympiabecken“ als Swimmingpool in der Altstadt.

Diese ist an den vier Seiten begrenzt von dem Kanal, also sehr praktisch für die Orientierung. Der Verkehr innerhalb dieses Carrees hält sich in Grenzen, deshalb ist Fahrradfahren die beste Option.

Obwohl ich letztes Jahr auch 3 Wochen hier war, musste ich mein Ortswissen erst mal wieder auffrischen, bis ich meine guten Wege, Läden und Restaurants wieder fand. Nach 2 Tagen aber hatte ich den Plan wieder im Sack.

Abends tauchte ein alter Bekannter auf, von den Philippinen letztes Jahr, wir gingen zum kleinen Fischrestaurant, tranken dort ein Bier und beobachteten die Chinesen-Großfamilien, die Schlange standen, weil es auf ihrer chinesischen App als „delicious food“ empfohlen wird.

Meist stellen sie eine oder zwei Personen hin, sagen im Restaurant wie viele Leute sie sind, was aber draußen vor der Tür niemand weiß. Dann denkt man, oh, jetzt stelle ich mich an, es sind ja nur 4 Leute vor mir. Dann haben die Bedienungen Tische frei, sie winken den Chinesen und plötzlich kommen von der Straße noch 9 Leute dazu – von der Familie.

Chinesen reisen gerne in Großfamilie mit Oma und Opa, sämtlichen Kindern, Geschwistern usw. Das gute ist, sie essen ratz fatz und die Tische werden auch schnell wieder frei.

Ich hatte in den folgenden Tagen noch mehr solche Begegnungen.

Einmal saß eine 11-köpfige Großfamilie schon länger in einem einfachen Restaurant, hatten alle schon Teller und Schüsselchen vor sich, so dass ich dachte, ok, die sind schon mal mit Essen durch, ich kann bestellen.

Andrea bekam ihre Suppe nach 10 Minuten, ich saß nach einer guten Stunde immer noch hungrig am Tisch und dachte, sie haben mich vergessen. „Viele Bestellungen“, sagte die Köchin. Da ich keine Kunden für viele Bestellungen sah, dachte ich, da kommt jemand Take away abholen für die Familie daheim.

Endlich kam Essen aus der Küche, ich dachte schon, endlich meins! – nein!!! Die Chinesentruppe hatte einen zweiten Gang geordert! Deshalb hatte das ewig gedauert und ich beschloss, die nächsten Tage nicht mehr einzukehren, wo chinesische Großfamilien auftauchen. Sie waren auch in der Woche nach Chinese New Year immer noch sehr zahlreich, mittlerweile hat es sich etwas gegeben.

Wir liehen uns Räder und gondelten rum. Besuchten Märkte, Klamottenläden, Cafés und aßen am Ping (Fluss) außerhalb des Carees im Osten der Stadt.

Dort stieß ein langjähriger Freund aus Darmstadt zu uns und wir gönnten uns ein paar Bierchen an der Iron Bridge, meinem Stammlokal!

Fast jeder, dem ich erzählte, dass ich 3 Wochen in Chiang Mai bleibe, bekam runde Augen. Ei, was macht man denn da so lange???

Dort leben, sich rumtreiben, ausgehen, radeln, neues eruieren, Tempelmassagen nehmen, Nachtmärkte besuchen und unbekanntes Essen kennenlernen – reicht doch – halt das, was ich u.a. auch in Darmstadt so mache.

Außerdem werde ich noch für zwei andere Freundinnen als Stadtführer dienen, Gisela und Ende Februar noch Eva.

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