Apo Island – Nie wieder!

Marine Park und Sanctury (=Heiligtum). 1996 war ich dort anlässlich Tauchausflug von Maoalboal, Cebu. Traumhafte Korallen, viel Fisch, ein Paradies unter und über Wasser – wenn das auch die Einheimischen bestimmt nicht so empfanden. Das Dorf bestand aus einem Weg mit ein paar Häusern und Gärten. Einen Resort gab es damals.

Wir fuhren bis von Sipalay aus gen Süden bis kurz vor Dumaguete, wechselten einmal den Bus, alles sehr entspannt und Gottseidank ohne AC und laute Videofilmchen.

Kamen um 15 Uhr am Strand an, rechtzeitig für die letzten Überfahrten nach Apo. Ihr könnt euch Yvonnes Gesicht nicht vorstellen, als wir die schäumende und windige Meerkatastrophe sahen. Sie packten uns zu zweit auf ein Mini-Auslegerboot – das Gepäck komplett unter Deck und los gings in die Wasserhölle.

Ich habe ja in meinem Leben schon einige schlimme Bootsfahrten erlebt, deshalb machte ich mir eigentlich nur um die Trockenheit meines kleinen Rucksacks Gedanken. Denke aber immer, der Bootsführer will auch heil ankommen und er kennt sein Revier. Genau so war es, der Steuermann war super. Klar, wir waren rundum naß, aber oh Wunder, alles andere blieb trocken.

Wir schluckten, als  wir an dem kleinen Strand ankamen. Da schaukelten ca. 30 Auslegerboote an dem 100 m langen Beach, obwohl und die Tages-Besucherboote um 16 Uhr schon weg waren.

Das war Apo? Oh Gott. Hatten wir uns anders vorgestellt. Auch im Internet klang es anders.


Mittlerweile eng bebaut, alles nicht einladend. Wir schlängelten uns durch Müllhaufen, Gerümpel und um kleine local Häuschen und Höfe bis zu Mario´s Homestay hoch.

Unser Zimmer war prima – und wir hatten sogar einen Wasserhahn im Bad. Denn Wasser gibt’s für die Dörfler von der Pumpe und abends 4 Std. Elektrizität.

Wir sahen uns gleich um, wie es mit kleinen Restaurants aussieht – eher gar nichts bis auf zwei einheimische Griller und ein anderes Homestay mit Restaurant. Aber mittlerweile war es zu spät, um bei uns im Homestay das Abendessen vorzubestellen.

Wir orientierten uns und ich versuchte, irgendetwas wieder zu erkennen von früher – ging absolut nicht. Alles eng, eng, asphaltierte Trampelpfade mit zig Kampfhähnen an der Leine. Das ganze Dorf war klaustrophobisch.

Aßen bei Liberty´s im Restaurant, kleine Karte, aber auch davon war das meiste nicht avaiable. Nun ja.

Ab 22 Uhr ist Ruh im Karton, aber in der Nacht ging das Gekrähe der vielen Hähne bereits um 4 Uhr nachts los, die Hundemeuten fielen ein und die Nicht-Ohrstopfenträger hatten harte Zeiten. Aber auch die hellen Töne dringen etwas durch die Ohrstöpsel.

Postiv denken, also erstmal am nächsten Tag ins Wasser.

„Perlenketten“ im Wasser weisen den Weg zum „Schnorchel-Pfad“, auch gut erkennbar an den roten Schwimmwesten der chinesischen Touristen. Entdeckt jemand eine Schildkröte, wird diese sogleich umzingelt, von 5 Fotoapparaten abfotografiert, Sand drum herum aufgewirbelt und viele Leute ohne Flossen (???) trampeln auf den verbliebenen Korallen herum.

Mir dreht sich bei so was der Magen rum. Kein Wunder, dass zur Zeit der Sanctury auf der anderen Seite von Apo wegen „Recreation“ geschlossen ist.

Am besten zieht man auch einen wasserfesten Sack hinter sich her, sonst besteht Lebensgefahr durch die Schrauben der Boote. Dieses Jahr hats schon einen Chinesen erwischt.

Uns war klar, hier bleiben wir nicht. Dank meiner Simcard konnten wir im Netz surfen und versuchten für die letzten 5 Tage von Yvonne, was anderes in Negros oder Cebu zu finden, aber alles war teuer oder klang nicht gut bzgl. Schnorchelrevier.

Zusätzlich war bei mir eine Erkältung im Anmarsch, also auch kein Tauchen. Bei diesen Wellen und Wind ist das Rein- und Rausgehen auch kein Zuckerschlecken. Wir mit unserem Schlupfflossen haben eh geloost, da man vom Ufer aus meist tauchen geht und der Bereich steinig ist.

Also kündigten wir unsere Abreise an und durften auch ohne extra Kosten am 13.3. wieder abreisen. Wir atmeten auf. Gute Überfahrt, nächster Bus bis Dumaguete, Umsteigen in anderen Bus bis Tampi-Pier, dort was gegessen, dann Autofähre rüber nach Cebu, direkt weiter mit dem Bus und 1,5 Std. später erreichten wir Moalboal.

Wir starteten den Trip um 7 Uhr auf Apo und waren nach ca. 6 Std. angekommen. Toll, heute lief es wie am Schnürchen.

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