Chiang Mai – Mein thailändisches Varanasi – Teil 3

Abends lief ich in meiner Wohn-Ecke herum und fand auch ein mir empfohlenes kleines Restaurant. Leider zu, aber daneben gab es auch ein Thairestaurant, vor dem Leute Schlange standen. Ich fragte ein Paar – wieso man hier unbedingt essen müsse, sie sagten, sie hätten gehört, es sei super gut. Diesmal also keine Internetempfehlung.

Sie boten mir an, mit an ihren Tisch zu kommen. Toll. Denn oft sitzen nur zwei Leute am Tisch, was eine Vergeudung! Nette Amerikaner meines Alters – wir aßen, tranken, lachten und unterhielten uns über Reisen, Arbeit und Lebensentwürfe ab 50. Hier probierte ich auch die Spezialiäte von Chiang Mai: Khao Soi – crispy noodles in einer Currysauce.

Da ich jetzt weiß, wie das geht, machte ich das öfters. Z.B. fragte ich eine Singlefrau, ob ich mich zu ihr setzen könne. Oder ich sprach Leute in der Schlange an, ob sie mich mitnehmen. Meist hat niemand was dagegen und man lernt ganz andere Leute kennen. So kam ich dann doch 2x in mein Fischrestaurant.


Ich mietete mir einen Roller und machte den Samoeng-Loop. Tolle Strassen, viele Kurven, nette Landschaft. Ich beendete den Loop durch das Mae Sa Valley, wo sich einige Sehenswürdigkeiten befinden, die Touristen werden busseweise dorthin gekarrt – auch zu den diversen Elefantencamps.

Ich stoppte bei einer Stelle, 200 m weit weg vom Eingang eines Camps und lief zurück, denn von dort konnte ich unbemerkt einen Elefanten beobachteten, der mit seinem Kerlchen zwischen den Ohren durch die Gegend schwankte und ein Bad im Flüsschen nahm. Tolles Erlebnis.

Ein Fahrrad ist für Chiang Mai ein Muss, 50 B. pro Tag. So gondelte ich hierhin, dahin, besuchte noch andere Wats in der Altstadt, fuhr Richtung Ping-Fluss, schaute mir Märkte, Kneipen, Restaurants an.

Ich erlebte ein schönes Konzert am Ping in der Busbar. Schönes Ambiente. Ich landete auf einen Absacker in einer winzigen Thaikneipe abseits in einer kleinen Gasse. Ich saß mitten unter den Thai Männern, trank mein Bier, schrieb Tagebuch und hinter mir der laute Fernseher mit Thai-Boxkampf.

Ich fand einen Pool in einem Hotel, das auch Nichtgäste da schwimmen läßt. Ach ja, und eine neue Gleitsichtbrille liess ich mir auch wieder machen.

Und ich aß mich natürlich überall so durch. Auf Märkten, in kleinen Cafes und Restaurants zuerst der Espresso dann mein täglicher Papayasalat – one chili only! Aber die frittierten Sachen und die Klößchen, wo man nicht weiß, was da drin ist – nicht so meins!

Ein Fress-Nachtmarkt hat es mir besonders angetan. Er ist übersichtlich und liegt im Süden unseres Carrees zwischen den zwei 7/11, am Chiang Mai Gate.

Bier, Wein, Thaiwhisky, Eiswürfel bringt man mit, Schüsselchen kriegt man. Gut ist natürlich, Becher und Besteck zu haben. Mit Plastikgabel macht das ganze keinen Spaß.

Ein Nightbazar ist wieder etwas anderes, da wird Touristenkrams verkauft, in Massen. Nicht toll. Aber der chinesische Wararotmarkt tagsüber war auch sehenswert.

Und dann gibt es noch die Walking Street Veranstaltungen. Wie in Ranong damals wird einmal pro Woche eine Strasse gesperrt und Handicrafts und Essen verkauft. Hier gibt’s oft das Essen in den Wat-Areas. Es ist ganz nett, man muß aber noch im Hellen, also früh hingehen, sonst wird man nur noch von Menschenmassen geschoben.

Thema zum Abschluss: Wasser-Nachfüllautomaten!

Super, dass es das gibt, da Thailand ja eh im Plastikfieber versinkt (aber Plastik nicht ins Meer wirft im Gegensatz zu Indonesien). Der Nachteil dieser Wundermaschinen ist, dass die Gebrauchsanweisung nur auf Thai ist und dass es verschiedene Modelle gibt, die auch immer etwas anders zu bedienen sind.

Beim ersten Modell hatte ich eh nur 5 einzelne Baht, schmiß sie ein und drückte den Start Knopf. Der rote Knopf reagierte nicht, als die Flasche voll war, Panik kam auf, das Wasser lief über, ich setzte alles unter Wasser und mich halb mit, bis ich auf die Idee kam, wieder den gleichen Startknopf zu drücken. Gott sei Dank, es hörte auf zu fliessen.

Beim nächsten Modell dachte ich, ich werfe gleich mal 5 Baht ein, da im 7/11 die 1,5 l Wasserflasche 13 Baht kostet. Hier: zwei Knöpfe Grün, einer Rot. Ich drückte auf den Grün leuchtenden – nichts passierte. Also schmiß ich nochmal 5 Baht ein. Wieder nichts. Der Automat gehörte irgendwie zu einer Familie im Haus dahinter – also erbat ich mir Hilfe.

Die Dame guckte wie ein Auto als sie 10 B. Sah und gab mir zu verstehen – nur 1 Baht ! Oh, jetzt guckte ich wie ein Auto – so günstig?

Dann drückte sie zum Start den nicht leuchtenden grünen Knopf – mit dem Roten stoppte sie. Aha. Da stand ich nur mit meiner pisseligen 1 Literflasche und hatte noch 9 Baht Guthaben!

Gewitzt wie die Frau war, lief sie ins Haus und kam mit drei 1,5l Flaschen wieder, so dass ich nicht so viel Geldverlust hatte !!! Süß, nicht? Gut dass ich am Rad ein Körbchen hatte.

Und: die 20 Baht Waschmaschinen für jedermann kenne ich jetzt auch! Nach 40 Minuten kann man seine Wäsche wieder holen und sie ist sogar noch genau so groß wie vorher!

Und zum Abschluss noch ein paar Lieblingsfotos!

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