Jaffna

Nach einem recht schnellen Trip über leere Straßen fuhr ich von Mannar nach ca. 120 km gemächlich auf der A9 nach Jaffna hinein.

Ich registrierte zwar Guesthouse-Schilder, die mir aber zu weit außerhalb vorkamen, denn ich wollte ins Zentrum. Fand dort aber nichts, verirrte mich und fuhr schließlich einem Tuktukfahrer hinterher, den ich bezahlte und der mir zwei Hotels zeigen sollte.

Das erste Hotel mit Zimmer hinten raus nahm ich gleich, wenn auch ohne AC, es aber mit Sitzgruppe außen im 1. Stock. Nebenan ein großer Supermarkt, Kotta-Restaurants und Wineshop um die Ecke. Preis auch prima.

Der Besitzer war überfreundlich und sülzte mich mit Namen von Sehenswürdigkeiten gleich zu, von denen alle für mich gleich klangen – alles endete mit Kovil gleich Tempel, wie ich heute weiß. Noch schweißgebadet vom Fahren flüchtete ich höflich und ab unter die Dusche.

Dann startete ich einen Erkundungsgang zu Fuß. Ich befand mich an den stategischen Einkaufsstrassen und fand, dass vor allem die Frauen hier großstädtischer als sonstwo in Sri Lanka waren.

Jaffna wird von den Tamilen auch Yalppanam genannt, „Stadt der Leute“ – ich fand sie alle sehr zugänglich. Ich schaute in einheimische Restaurants rein, guckte Leuten auf die Teller, besser gesagt, Bananenblätter und entdeckte, daß der Reis hier anders aussah als sonstwo. Blieb dann auch, bestellte aber statt Rice and Curry – Hoppers und Curry (die Hoppers, Vermicelli) – setze mich einem jungen Mann gegenüber, der ein feines gebügeltes Hemd trug, der Mopedhelm lag auf dem Tisch und er sprach Englisch. Alle aßen mit der Hand, also auch ich, obwohl ich das hasse. Ich bekam aber einen Teller, der mit einem hauchdünnen weißen fast selbstklebenden Plastikfolie bezogen war – also sehr hygienisch, mich störte auch der Anblick nicht. Ist man fertig – alles beim Nachbar abgeguckt – bedeckt man die Essensreste und faltet die Folie in der Tellermitte zusammen. Beim Bezahlen staunte ich – 40 Rs = 25 Eurocent . Da wußte ich, was das für die normalen Leute heißt. Mittagstisch bei uns ca. 5 € ist gleich 40/50 Rs. hier.

Ich lief weiter, bestaunte einen ayurvedischen Laden alter Einrichtung mit Körben voller Hölzchen und Kräuter und wurde freundlichst zum Plaudern herein gebeten. Wie schön, sich die Zeit dafür zu nehmen – man kommt den Einheimischen wirklich nahe und lernt sie kennen. Ich saß an dem Nachmittag in drei bis vier Läden und „lernte“. Man interessiert sich ja auch für dich – sie reagieren positiv auf Germany, wollen wissen, was man hier so treibt und erstaunlich wenige fragen das, was alle in Asien fragen, „how many children“ und diese ganze Litarnei. Und ich kaufte noch ein günstiges Herrenhemd, da mir mittlerweile die Unterarme verbrennen beim Fahren. Und Frauenblusen haben hier keine langen Ärmel.

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