Chittorgarh

Vorab ein interessante geschichtliche Information:

Chittorgarh war lange die Hauptstadt vom Mewar mit ihrer 6 km langen Festungsanlage auf einer Höhe von 150 m.

Mewar, einem Königreich um die Städte Chittorgarh und Udaipur herum, wurde 530 gegründet und von den Rajputen beherrscht, einem führenden Herrschaftshaus Rajasthans.

Diese Rajputen waren Hindies und extrem stolz, unfähig, ihre Konflikte diplomatisch sondern nur auf dem Schlachtfeld zu lösen. Sie wählten lieber den Untergang als ihre Ehre zu verlieren.

Ganze drei mal in den Jahren zwischen 1433 und 1568 kleideten sich die Rajputen in safrangelbe Hochzeitsgewänder und ritten ihrem zahlenmäßig weit überlegenen Feind und dem sicheren Tod entgegen.

Ihre Frauen begingen „Jauhar“, d.h. sie stürzten sich mit ihren Kindern ins Feuer, um Vergewaltigung und Verschleppung zu entgehen. Ihre Feinde kamen aus dem Norden und waren z.B. der Sultan von Dehli, der Sultan von Gujarat und (Mohammed) Akhbar, Grossmogul von Indien, der letzte, der dann die Mewar-Hauptstadt nach Udaipur verlegte.

Durch ein Foto von Chittorgarh angezogen, was Tempel und Alte Gemäuer an einer „Schlucht mit See“ zeigte, beschlossen wir, unseren Weg von Bundi nach Udaipur hier zu unterbrechen.

Unsere vorgebuchten Zimmer versetzten Gisela einen ordentlichen Schock – ungepflegtes schmuddeliges Mittelklassehotel – es wurde viel besser beschrieben und andere Hotels waren richtig teuer oder lagen zu weit weg vom Geschehen.

Der Nachmittag in der Altstadt besänftigte allerdings unsere Gemüter, die netten offenen Begegnungen mit den Menschen, die kaum Touristen gewöhnt sind, entschädigten allemal.


Eine tolle Erfahrung war auch der Sufitempel Dargah Qazi Chal Phir Sha, in den wir eingeladen wurden. Leider wurde das Wetter an dem Tag nicht mehr besser, und abends kamen Gewitter mit Regen und Böen hinzu.

Am nächsten Tag, wieder volle Kanne Sonne, brachen wir auf, suchten uns einen Tuktukfahrer, der uns den langen Zickzack-Weg nach oben durch 7 Tore zum Forteingang fuhr und uns den ganzen Tag flexibel zur Verfügung stand. Als es ums Essen ging, machte ich den Vorschlag, dass seine Frau gleich für uns mitkochen sollte, wenn sein Sohn ihm eh das Mittagessen ins Fort brachte. Gesagt, getan.

Unser erster Stop umfasste den großartigen Rana Kumbha Palace und einen kleinen Tempel mit wunderbaren Illustrationen und einer großen Mauer, wo man – sehr professionell – einen herrlichen Steinmix erzeugt hat.

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