2. Woche Varanasi

Weiteres Highlight in Varanasi war die Hochzeit von „Sweety“, der Schwester von meinem Euch bekannten Indischen Musikern. Aus Erfahrung in anderen asiatischen Ländern weiß ich, dass dies eine endlose Angelegenheit ist, die viel Geduld erfordert. Für Fotografen eigentlich eine super Sache, da aber nie ein Timing vorhanden ist, auch eine schreckliche Warterei, weil die Hälfte der Zeit gar nichts passiert. Sogar Anshu erzählte uns Blödsinn. Wir quälten uns also mit der Fahrradrikscha durch die halbe Stadt, kamen an – und waren die einzigen. Ok, Gisela fing an, die Küchenhelfer bei ihren Arbeiten zu fotografieren und ich packte mein Messer aus und schnitt einem Haufen Bohnen die Endstücke ab. Als wir wieder gehen wollten, um abends um 20 Uhr wieder zu kommen, gab es doch noch zwei kleine Zeremonien für die Frauen. Die Braut, noch in Normalkleidung, fiel mir weinend um den Hals – sie weinte schon seit Tagen, weil sie ihre Familie verlassen muss und zur Familie des Bräutigams zieht, nach Dehli! Anshus und Vibhus Frau begrüßten uns und Muttern schloss uns auch in die Arme.


Abends fuhren wir wieder zum Event, staunten nicht schlecht über die grandiose Messebau-Leistung bzgl. Installation des Festsaales inklusive Dekoration und allem kulinarischen Brimborium. Wir hatten uns schon so aufs Essen gefreut – aber nein. Als wir um 20.30 Uhr ankamen, waren erst ca. 20 Gäste da! Dann wurde mir langsam übel, Varanasi forderte seinen Tribut. Nach weiteren 2 Std. Wartezeit fuhr ich heim. (Nachts kotzte ich ordentlich, dann war´s wieder ok). Ich konnte vorher noch den Bräutigam auf dem Pferd bewundern, als er in die Halle ritt. Da füllte sich erst die Halle.

Gisela blieb noch und lieferte mir noch die Fotos der Mitgift-Geldübergabe an den Bräutigam und die Ankunft der Maskenbraut. Dann gegen 22.30 Uhr mußte sie auch mit der Rikscha zurück – ohne außer 2,3 Häppchen etwas gegessen zu haben.

Mit Günther machten wir auch noch einen Ausflug nach Sarnath, 13 km außerhalb Varanasis, wo Buddha seine ersten Weisheiten losgelassen hat.
Diese kleine Stadt bietet heutzutage Ruinen von alten Klöstern, Buddhistische Tempel, einen Jaintempel, ein tolles Archäologisches Museum (in dem man natürlich nicht fotografieren darf), einen Stupa, das Institut für Tibetanische Studien und zum Entspannen den Garten der spirituellen Weisheit.

Zum Abschluss unseres Varanasi-Aufenthaltes gingen wir noch mit Günther am Assighat zu Kargis essen. Kargis war mal mit einer Italienerin zusammen und hatte von ihr gelernt, Nudel selbst zu nudeln und leckere Saucen dazu zu machen. Das ganze in einem herrlich morbiden Ambiente, wo einige Traveller samt Chef sich die Joints reinziehen.

Bier wird auf Wunsch besorgt, leider war Kargis nicht im Besitz von Geld. Ich gab ihm einen 500-Rupien-Schein, er zischte los und kam mit zwei kalten Bierdosen zurück, die er in den Kühlschrank legte. Zum leckeren Essen tranken wir erst das eine, und als wir danach das zweite haben wollten, hatte er es an einen Freund weiter gegeben, worauf ich etwas stinkig wurde.

Also schickte er wieder einen Jungen los, der nach einen halben Std. mit leeren Händen wieder kam. Nun rannte der Chef persönlich los und knallte mir nach einer weiteren Std. eine lauwarme Dose auf den Tisch. Ich sagte, die könne er wieder mitnehmen. Wir machten dann die Rechnung, zahlten ihm den üblichen Preis für das Bier plus die Spaghetti minus 500,- .
Typisch Indisches Gedöns. Aber man kann doch nicht sein Bier auf dem Tisch warm werden lassen, nur um es zu hüten !!!

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