Trat

Trat, eine Stadt im Südosten Thailands, ist eigentlich meine Lieblingsstadt. Sie bietet richtiges Thaileben (Märkte aller Art), hat eine kleine Touriszene, man kommt leicht zu den Inseln Koh Wai, Koh Kood, Koh Mak und der großen Insel Koh Chang, sowie zur 60 km weit entfernten Grenze nach Kambodscha.

Trat hat einen grandiosen Tages- und Nachtmarkt. Bei letztem holt man sich ein Bier oder einen kleinen Wein vom 7/11, Eis und Gläser gibts am Stand und bestellt sich ein fantastisches Essen.

Ich beneide die Thais – sie sitzen – was Essen und Trinken und Temperatur angeht – im Paradies!!!!! Aber mit deren humorlosen Einschlag und den meisten Mienen komme ich nicht so klar.

Diesmal verbrachte ich wieder nur eine Nacht dort und liess mir auf Anraten meiner Freunde keine „teure“ Touistenmassage verpassen, sondern ging zum Tempel, wo die Thais sich massieren lassen. Eine der Damen sprach sogar Englisch – nette Atmosphäre, gute Massage.

Ein Australier, der mit einer Thai zusammen ist und 8 Monaten im Jahr hier lebt, empfahl mir eine Herbal Sauna in einem typischen Ambiente, nichts aufgepepptes, da gingen die Thais hin. Die Sauna habe heute offen. Kein Schild an der Tür, aber direkt neben dem chinesischen Tempel. Obwohl ich außer meinem Sarong nichts dabei hatte, sagte ich mir spontan, nix wie hin – ausprobieren.

Und es war ein Erlebnis.

Zuerst wollten mich die 4 Hunde vorm Haus fressen, dann wollte mich die Oma wieder wegschicken, da sie mich nicht verstand, bis endlich die „Lokomotivführerin“ auftauchte, die den „Kessel“ beheizte.

Die Thais sind eigentlich Messis, nichts wird weggeworfen, alles wird zusammen gestoppelt und man guckt in die Wohnung hinein, die meist eine offene Front hat. Vorne Laden, nachts Garage, dann kommen Lager, Schlafzimmer, Kleiderkammer und Küche. Und natürlich immer ein laufendes Fernsehen. Das Auge kann sich nicht ausruhen, überall herrscht Chaos. Scheint aber niemanden zu stören.

Hier war nun in einem halboffenen Seitenraum die Dampfsauna untergebracht. Ich zog mich aus, wickelte meinen Sarong um mich herum. Die Lady heizte ein und schmiss 6 Sorten getrocknete Kräuter in einen Dampfbehälter.

Im Miniraum daneben ist dann die Dampfsauna mit den thaitypischen Steinbänken und in der Mitte steht ein Holzkästchen, unter dem aus einem Schlauch dann irgendwann der Kräuterdampf nebelte.

Dann tauchte noch eine alte Dame auf, wickelte sich wie ich in ihren Sarong und zog noch eine Duschhaube auf. Herrlich, einfach herrlich – das ich das erleben durfte. Und rundherum Wohnchaos! Kurz und gut, nach einer halbe Std. war´s mir dann zu heiß, ich wrung meinen Sarong aus, trocknete mich damit ab und zog mir mein Kleid wieder an. Fertig – draussen war´s ja warm. Jetzt sind meine Sinushöhlen wieder frei!

Bilder sagen mehr als Worte.

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