SES Einsatz Plovdiv, Bulgarien

Der Senioren Experten Service (SES) ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, eine deutsche Ehrenamts- und Entsendeorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand. Diese gemeinnützige Gesellschaft erhält finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Mein erster Einsatz war 2009 in Turkmenistan, nun wurde ich als Messebauberaterin zu einer Firma in Plovdiv vermittelt.

Am 29.3.2016 flog ich von Frankfurt nach Sofia. Dort wurde ich von Georg (englischsprechend) herzlich empfangen und man brachte mich nach Plovdiv zu meiner Wirkungsstätte für 3 Wochen.

Unglaublich toll war das Apartment, sehr zentral gelegen, nahe an Plovdivs Einkaufs-, Kneipen- und Fußgängerpassage. Es war alles da, was das Herz verlangte (sogar Wifi ) und mich rührten die kleinen
Willkommensgeschenke auf dem Tisch sehr.

Und dann kam die Sonne heraus – und sollte während meines gesamten Aufenthalts auch bleiben. Frühjahrshafte Temperaturen – die Natur startete durch, man konnte den Knospen beim Öffnen zugucken.

Am Abend holte mich die Chefin Maria von Fairnet ab, und wir aßen mit ihrem Mann, dem technischen Leiter in einem netten kleinen Restaurant zu Abend. Nicht überkandidelt, leckeres Essen, originelles bodenständiges Ambiente, was aber typisch für die Restaurant- und Kneipenszene von Plovdiv ist. Die liegt im Zentrum, in Kapana, auch The Trap genannt. All das hat mir gleich gut gefallen!

Die Firma liegt am Rande von Plovdiv Dorthin kann man leider nicht radeln, wegen autobahnähnlicher Straßen – was ich mir schon zurecht gesponnen hatte. Man habe herzlich gelacht in der Firma, als man hörte, dass ich nach einem Fahrrad gefragt hatte.

Maria erklärte abends, mit dem Rad fahre hier fast niemand, es seien Kosovoverhältnisse auf den Straßen. Dass ich ein Fahrverhalten habe, welches stark an den Kosovo erinnert, habe ich dann nicht erwähnt. Aber die Chefin war diesbzgl. auch nicht schlecht, denn um mich heimzufahren, fuhr sie 2x die kleinen Gassen umgekehrt rein. Hat mir auch gefallen. Die nehmen es nicht so genau hier – ich dachte, hier bin ich richtig.

Am nächsten Tag wurde ich zu christlicher Zeit abgeholt und fuhr mit Georg zur Firma,
bekam einen Arbeitsplatz bei den Projektleitern und wurde jedem Mitarbeiter vorgestellt.

Nachmittags wurde ich ins Zentrum gebracht und erkundete meine neue Heimat was Geschäften usw. anging. Die Fußgängerzone und die seitlichen Straßen (The Trap)zeigen ein gewachsenes Ambiente. Es gibt renovierte Häuser dazwischen, aber ansonsten krautert es herrlich vor sich hin – aber fröhlich und nicht so russisch depressiv wie damals in Ashgabat. Ich bestaunte die kleinen Läden in allen Branchen.

Auf der Suche nach einer Seihschüssel für das Abgießen meines Abendessens (Spaghetti) irrte ich arg herum, denn ein Karstadt mit Haushaltwarenabteilung gibt es nicht. Lesen kann ich nichts, da
kyrillisch, also fragen! Viele Bulgaren sprechen Englisch – nur was Abgießen heißt, weiß ich weder auf Englisch noch Französisch und schon gar nicht auf Bulgarisch. Aber Zeichnen half. Ich fand sogar eine Art Haushaltsladen, nur hatten die weder Sieb noch Seihschüssel. Und Löcher in Plastiktöpfe bohren war nicht angesagt, dazu fehlten dann Nägel und Hammer.

Aber wie schon öfters an diesem Tag meinte jemand, er wisse vielleicht, wo sie so etwas hätten und würde es mir zeigen. Toll. Ich lief also in Begleitung einer älteren Dame zum nächsten Laden. Leider
war das Angebot auch dort zu klein, aber ich fand eine stabile Abdeckhaube für Lebensmittel. Lachend kaufte ich sie – für wenig Geld – und lud die nette Dame auf ein Bier in der Sonne ein.
Wir fanden eine tolle kleine Kneipe mit 3 Tischen draußen und ich begann mit dem Bier-Studium hier.

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