Meine Aufgabe als Messebauberaterin in Plovdiv

Ich wurde schon gefragt, wo man diese Reise buchen kann. Nun, ich bin nicht nur aus lauter Lebensfreude und Genuss hier.

Wie gesagt, habe ich hier eine beratende Tätigkeit bei einer Firma, die Messebau, Events, Grafik – und das ganze Drumherum als Tätigkeitsfeld hat.

Ich soll einfach mal von anderen Seiten auf diese Firma schauen und Ideen bereithalten, wie man das eine oder andere verbessern oder anders gestalten könne.

Deswegen habe ich mir die letzten zwei Wochen alles Mögliche in dieser 35 Mitarbeiter starken Firma angeschaut. War auf Events, auf einer Messe, habe mir angesehen, was und wie die Leute so arbeiten und wie die Abläufe sind. Das Highlight, das chaotische riesige Lager, hat mir die Sprache verschlagen. Habe diverse Sachen recherchiert, mir Gedanken gemacht, Charts geschrieben. Dann war es an der Zeit, einiges in Besprechungen auf den Tisch zu bringen.


Man hat hier nicht nur mit anderen Bedingungen zu tun, auch der bulgarische Geschmack ist ein anderer als in Deutschland – das sieht man an Broschüren, am Ambiente der Firma, anderer Firmen und den Geschäften und deren Werbung. Man darf einfach nicht vergessen, dass Bulgarien erst seit kurzem in der EU ist, und dass viele noch stark die russische oder ostdeutsche Mentalität verinnerlicht haben: sicheres Gehalt haben, angestellt sein und ungern Verantwortung tragen. Bemerkenswert, dass es hier keine Freelancer oder Subunternehmer im Messebaubereich gibt – was in Deutschland in diesem saisonabhängigen Bereich normal ist.

Bulgarien besitzt auch eine andere Währung, den Lewa, der den gleichen Wert wie unsere alte Deutsche Mark hat, also ist ein Lewa ein halber Euro.

Die Leute verdienen die Hälfte und die Waren sind halb so billig wie bei uns. Mein Lieblingsbeispiel: eine Halbliterflasche gutes Bier kostet 1 €. In der Kneipe ein paar Cent mehr. Aber die Bulgaren sind vor allem Kaffeetrinker – Espresso gibt es überall – die Cafés auf der Gass´ sind eigentlich immer gut besetzt.

Fahrradfahren kommt langsam in Mode, die neuen Radwege an den große Straßen und am Fluss sind gerade mal 3 Monate alt und an den Kreuzungen noch nicht richtig „angebunden“, dann muss man vom hohen Bordstein runterhüpfen – mit meinem Mountainbike kein Problem. Eine Kollegin hat mir für die 3 Wochen ihr Rad geliehen, was mich richtig glücklich und unabhängig macht.

Und überhaupt, die Leute in meiner Firma sind sehr gastfreundlich und nett, ich sitze mit den Projektleitern in einem Raum – prima Atmosphäre.

Mit der Chefin (die u.a. perfekt Deutsch spricht) habe ich am Samstag einen tollen Ausflug zum Kloster Bachkovo gemacht. Ich sah sie bisher nicht so oft, denn sie ist diejenige, die die Aufträge reinholt und fast jeden Tag nach Sofia fährt.

Volles Verwöhn-Programm: Abholung, Besichtigung, Geschenke (Klosterspezialitäten), Mittagessen.

Kommentare sind geschlossen.