El Castillo, Rio San Juan

Ankunft in dem entspannten El Castillo, was ein wunderbarer Ort. Im Wasser dümpeln die Boote, es gibt keine Autos, dafür Pferde und Kühe, Stromschnellen und ein Kastell.

Ich suchte mir eine schöne Unterkunft mit Balkon, Hängematte (15 Dollar) und unvergleichlichem Blick auf den Fluss und ich konnte meinen Weißwein kühllegen. Das Essen in den kleinen Restaurants ist lecker, das Bier wieder etwas teurer, aber was soll´s – und die Atmosphäre ist so was von entspannt! Ich habe mich richtig verliebt in El Castillo – und so was von netten Leuten! (Dazu schreibe ich nochmal einen extra Bericht).


Das restaurierte Fort wurde vor 300 Jahren von den spanischen Kolonialisten erbaut, um die zahlreichen Piraten, angezogen vom sagenhaften Gold Granadas, an der Überfahrt ins Landesinnere über San Carlos und den Nicaraguasee in die ehemalige Hauptstadt Granada zu hindern.

Hier traf ich meine holländischen Bekannten von der Pearl Lagoon wieder und wir beschlossen, eine Tour ins Reserva Rio Indio Maiz zusammen zu machen. Wir fanden einen besonderen Guide, mit dem wir eine etwas andere Tour machen wollten. Gummistiefel leihen war ein Muss. Start 7 Uhr mit dem Paddelboot die 8 km bis zum Parkeingang des 3.800 qm großen Biosphären Reservates herunterfahren, dann 2-3 Stunden im Dschungel herumlaufen – wir folgten nicht dem normalen Weg
sondern liefen außerhalb herum. Wir sahen leider nichts Großes, hörten Brüllaffen (die wie ein Löwe brüllen), sahen giftige Frösche, besondere Vögel,. ein Tukan, Schmetterlinge, Lizards, diverse
Heilpflanzen – aber das Herumtappen im Dschungel war gar nicht schwierig -man brauchte keine Machete um durchzukommen.

Danach paddelten wir in den kleinen Rio Bartola runter, sprangen dort ins klare, kaimanfreie Wasser, während unser Guide Fisch grillte und uns als Appertizer Coco Loco anbot. D.h. er öffnete eine eisgekühlte Kokosnuss, wir tranken etwas ab, dann füllte er ins Cocowasser Rum
hinein. Köstlich – wir fühlten uns wie im Himmel, als wir unser Alupäckchen von Feuer bekamen. Später paddelten wir den kleinen Fluss weiter hoch und liefen jetzt im Flussbett weiter. Leider schleppten wir nach einiger Zeit mehr Kilos mit uns herum, da uns das Wasser dann
doch in die Gummistiefel lief. Aber auch das war dann irgendwann egal. Diesmal suchte unser Guide den Puma, den er vor einiger Zeit gesehen hatte. Leider wurden wir nicht fündig.

Dafür erfuhren wir aber, als wir an einem großen Termitenbau vorbei kamen, wie man mittels Termiten zu einem guten Jäger wird. Man muß nur die Termiten zermahlen, sich mit der Paste einschmieren und kann sich dann den Tieren nähern, wird von diesen nicht gerochen. Wieder was
gelernt. Ich kam mir eh zeitweise vor, als sei ich mitten im Dschungel mit dem Flieger abgestürzt.

Zu meiner großen Freude kam uns ein Boot mit Motor abholen, denn ich hatte schon befürchtet, den Fluss gegen die Strömung wieder hoch paddeln zu müssen. Als krönender Abschluss erkannte unser Guide am Ufer vom Rio San Juan an den Luftblasen, dass da ein Kaiman unter der Wasserfläche liegt. Er fuhr leise ran, griff ins Wasser und packte ihn. Beeindruckend.

Heute war Samstag, die taube Dorfjugend drehte nebenan auf. Da halfen auch die Ohrstöpsel nicht mehr. Aber man weiß ja vorher nie, ob die Jugendkneipe in der Nähe seines Hostels ist.

Am Sonntag guckte ich mir eine Kakao Produktion an, ohne Führung, eigentlich studierte ich nur die Poster, die alles zeigten – auf Spanisch – viele Fachwörter. Was ich auf jeden Fall kapierte, war,
dass man nur die Kerne der Frucht nimmt, sie einen Fermentierungsprozess durchlaufen und nach diversen Trocknungen zu Kakao verarbeitet werden.

Sonntag ist Ruhetag, da geht die Dorfbevölkerung nach der Kirche oder dem Baseballspiel nachmittags einen trinken. Diesmal setzte ich mich dazu. War eine nette Atmosphäre, auch Frauen dabei, bis sich ein Mann nach vielen Bieren traute, mich zum Tanzen (Salsa, Merengue) aufzufordern. Hätte ich normal gerne gemacht, aber nicht mit Besuffskies, um mich zum Gespött seiner Kumpel zu machen. Und unbetrunken tanzt – ähnlich wie in vielen Ländern – kaum ein Mann.

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