Tidore Pension

Ist alles nicht so einfach

Nachdem der Transport von Ternate nach Tidore unglaublich problemlos war, und ich diese schön gestaltete Pension sah, entspannte ich mich
innerlich. Großer Fehler – dann wird es erst richtig anstrengend.

Und es fing auch schon gut an:

Ich bekam einen Kaffee und Wasser, nachdem ich zu der alten Lady
gesagt hatte: Guten Tag, ich bin die neue “Direkt”. Typische Deppennummer meinerseits, ich verwechsele oft ähnlich klingende Worte.
Hier wollte ich also “der neue Gast” sagen, aber langsung heißt direkt
(nach) und langanan heißt Gast. Sehr witzig – fanden die Mitarbeiter
auch alle und strahlen mich an.

Danach wollte ich die Zimmer sehen und das Drama begann. Das schönste
zum Wasser hin mit AC und Fernseher, kostete 250.000 – wie bei den
Großen. Das für 150.000 muffelte arg und das letzte, was Richtung
Wasser lag, war klitzeklein, hatte aber meinen Preis (100.000).


Nachdem ich die Hilfsmama zur Mandi-Reinigung gebeten hatte und sie
eifrig den Besen im Naßbereich schwang, stachen mich ca. 5 Moskitos.
Ok, dachte ich, das Netz nicht unnötig mitgeschleppt, kommt also jetzt
auch mal zum Einsatz. Die nette Frau erschien nicht mehr, also ging
ich hoch in die Küche und holte das Kehrblech, damit das
zusammengekehrte Häufchen in meinem Bad nicht auch noch durchs Nasse
zur kleinen Kloake werden sollte. Dann kam die Dame und versuchte mir
verständlich zu machen, dass was mit dem Wasser nicht stimmt. Ich
verstand nichts. Rein gar nichts, dann schätzte ich, turun heißt
aussteigen aber vielleicht auch abfließen. Also nahm ich das kleine
Töpfchen, schöpfte Wasser aus dem großen Topf und schüttete das ins
Stehklo. Das Wasser verschwand, sehr gut schon mal. Und wie dann
vermutet, tippte ich auf nicht abfließenden Abfluss im Boden nach der
Duschprozedur. Aber auch dieses Wasser verschwand auf
Nimmerwiedersehen. Also gut, ich sagte, ich nehme das Zimmer, alles
ist bagus. Das Bettzeug sah zwar etwas verknittert aus, wurde aber als
baru – neu beziffert.

Immer noch nicht zufrieden, verlangte ich ein Laken zum Zudecken.
Großes Missverständnis, man brachte eine Wolldecke. Ich sagte separai,
keiner verstand, was ich meinte. Also lief ich zum Bettzeugschrank und
fingerte unter den strengen Augen der alten Chefin ein Laken zutage
und fragte nach dem Namen – seperai – da fehlten mir doch die Worte!

Dieses stellte sich dann in meinem Zimmer als Spannbetttuch genau in
meiner Bettgröße heraus. Also bezog ich das Bett damit noch über das
andere drüber, steckte das Kopfkissen in meinen mitgebrachten
Kissenbezug und legte meinen Seidenschlafsack als Zudecke obendrauf.
Das war geschafft.

Nun zum Moskitonetz. Die Kopfseite konnte ich an diversen Haken in der
Wand befestigen, die Fußseite auf der einen Seite an dem geführten
Stromkabel – nur bei einer Ecke musste ich passen. Der erste Versuch
scheiterte, in die Ecke der Steinwand einen Schraubhaken rein zu
drehen, dafür platze ein Stück Putz ab.

Moskitonetz Schritt 1

Moskitonetz Schritt 1

Oben sah ich eine Holzleiste, die dafür herhalten konnte. Leider war ich plus Stuhl zu kurz und der
höhere kleine Tisch paßte nicht die Ecke. Ich schaute mich draußen
um, und was sahen meine begeisterten Augen, eine große Holzleiter, die
auf einem Vordach lag! Die bugsierte ich dann irgendwie in mein
Minizimmer und drehte den Haken ganz entspannt unter der Decke ins
Holz.

Moskitonetz Schritt 2

Moskitonetz Schritt 2

Damit war mein Netz befestigt. Nach mittlerweile 10
Moskitosichen war das auch nötig, und ich brauchte eine Dusche,
nassgeschwitzt wie ich war. Was ein Aufwand !!! Bis ich fertig war,
waren zwei Stunden vergangen.

Moskitonetz fertig

Moskitonetz fertig

Als ich hinterher abschließen wollte, fehlte der Schlüssel. Der
muffige Nachbarraum hatte einen, also nahm ich den, dachte an unsere
Messebautüren und war erfolgreich, er passte auch an meiner Tür. Die
Mama grinste später, als sie sah, dass ich den Trick mit dem gleichen
Schloss an diversen Türen kapiert hatte. Und den Schlüsselanhänger
konnte ich euch nicht vorenthalten.

Der Schlüssel fürs Zimmer

Der Schlüssel fürs Zimmer

Kommentare sind geschlossen.