Bootstour nach Flores

Ich hatte schon in Padangbai, Bali, beschlossen, von Lombok aus nicht wieder die ganze Tour nach Bali zurück zu machen, um von dort aus nach Labuan Bajo, Flores zu fliegen. Für das gleiche Geld (2 Mio = 200 USD) gibt es einen Bootstrip mit VP und diversen Stopps 3 Tage, 2 Nächte nach Flores. Es ist das Perama-Touristenboot und kann bis 40 Personen aufnehmen. Ich hatte gehofft, dass wir weniger wären, aber meine Hoffnung wurde enttäuscht, wir waren 34 !

Nach einer Nacht in Mataram, der Hauptstadt Lomboks, wurde ich um 9 Uhr abgeholt und stieg in einen Bus, der die Hälfte unseres Bootstrips transportierte. Also 2 Busse mit insgesamt 34 Personen fuhren nach Osten zum Hafen Labuan Lombok, d.h. wir durchquerten die ganze Insel von W nach O. Auf dem Weg stoppten wir noch bei einer Töpferwerkstatt. Ohne Kommentar.

Kurz vor dem Einstieg ins Boot besichtigten wir noch wie die Bugis, die Bootsbauer von Sulawesi, ein Boot bauten, meist für die Organisation Perama. Das Ironwood, was am Kiel eingesetzt wird,hat mich beeindruckt, wirklich schwer wie Eisen, kommt aus Kalimantan.

Nachmittags gab es einen Stopp auf der”Perama”-Insel, wo ein paar Hütten von dem Verein stehen mit einem netten Sandstrand. Leider zieht es nachmittags oft zu und das Schnorcheln ist dann nicht so einladend. Nach dem Dinner dort “segelten” wir über Nacht weiter, während wir schliefen. Musste immer über das “Sailing” lachen, denn das Boot fährt mit Motor und hat nur vorne ein kleines gerafftes Schmucksegel.

Ich hatte Glück und war für das obere Deck (mit Dach) eingeteilt. Außer Kabinen oben und unten gab es noch das Zwischendeck, wo sonst das Essen stand, (nicht so gut) und den freien Platz vor dem Kapitän (nicht überdacht). Dieser Ort wurde von vielen “Heimlosen” genommen, da die Leute in den unteren Kabinen vor Hitze fast umkamen, Regen gab es keinen, denn wir hatten glücklicherweise Sternenhimmel.

Auf mein Oberdeck pferchten sie 11 Matratzen, ich hatte wieder Glück und ergatterte die einzig “allein liegende” Matratze. Temperatur war super und keiner fror. Der Chaos-Renner war unser “Locker” fürs große Gepäck. “Gelockt” war gar nichts, es handelte sich um einen schmalen Schlauchraum von 3 m, der 7 von den 11 Rucksäcken bei uns oben beherbergte. Laufend musste man an seinen Rucksack, was rausnehmen, umsortieren, echt stressig. Und Platz für die Rucksäcke auf dem Matratzenlager war nicht wirklich. 4 Leute stellten ihren irgendwo in eine Ecke, aber da standen auch Wasserflaschen, Plastiktüten mit Schnorchel- und Umziehkram, und die kleinen persönlichen Rucksäcke.

Aber wie im indischen Zug ruckelte sich auch bei uns irgendwann alles irgendwie ein. Geschlafen hab ich ganz gut, wenn auch um 6 Uhr Aufstehen angesagt war. Und ich staune immer wieder, was die Leute so um 6.30 Uhr alles in sich reinstopfen können beim Frühstück, wo ich gerade mal einen Tee mit etwas Obst runterbringe. Aber ich glaube sowieso nicht, dass sie aus Hungergefühl essen. Noch dazu sind das immer dieselben Leute, die abends den Teller schon 2 x gefüllt hatten.

Die Menschenstudien sind eh eigentlich unbezahlbar. Stellt euch vor, es gibt Leute, die den Sitzdeckel vom Klo nicht hochklappen, wenn sie mit dem Topf Wasser reinspülen müssen, sondern alles über den Sitz schütten. Tja, und der nächste? Der muss sich dann auf den nassen Deckel setzen, oder? Kopf einschalten scheint weh zu tun.

Am 2. Tag unserer Tour stoppten wir in Satonda Island, das liegt oberhalb von Sumbawa. Dort gab es einen Salzwassersee mitten auf der Insel, in dem man zwar schwimmen, aber keine Fische sehen konnte, und wir liefen auf einen Aussichtspunkt hoch und schnorchelten im Meer. Weiter wurde “gesegelt” und nachmittags hielten wir noch kurz an einer anderen Insel. Auch diesmal war der Himmel bewölkt und außer der ganzen Dorfbevölkerung, die die 34 Europäer erwartete, gab es nichts zu sehen.

Nach der 2. Nacht kam das Highlight der Tour: “Hunting Komodo by Camera” – laut Prospekt. Ich war glücklich, diesen wunderbaren Nationalpark wieder zu sehen mit seinen 1000 kleinen Inseln, wo ich dann später auch tauchen werde. Die Natur ist fantastisch, was man nicht von der Komodotour sagen kann. Ich war vor 22 Jahren mit Andreas schon mal dort. Da musste man noch eine Ziege mitnehmen, die dann geschlachtet und den “Dragons” zum Fraß vorgeworfen wurde. Das war ein spektakuläres Hauen und Stechen und der Name “Dragon” war berechtigt.

Inzwischen war das ganze Procedere wieder in Natur umgemodelt, und wir sahen 3 schlafende Warane. Das schönste war die Landschaft, der Baum mit den wilden Kürbissen und später das Schnorcheln am Pink Beach auf Komodo.

Nach dem Mittagessen an Bord nahm ich bei einer Indonesierin nochmal Unterricht, und wie immer blieb ich rat- und mutlos mit meinen Bahasa Indonesia Wörtern zurück. (Mittlerweile verstehen die Leute, was ich so sage, aber ich verstehe sie leider eher selten, etwas frustrierend! Entweder sprechen sie zu schnell oder sie benutzen Wörter, die ich noch nie gehört habe. Schwer zu kapieren, denn auf meine einfachen Sätze müssten doch auch einfache Fragen kommen.

Aber Indonesisch schlägt in dieser Beziehung alles: es gibt manchmal nicht nur 5 verschiedene Wörter für ein deutsches Wort sondern diverse Höflichkeitsformen dazu, man kommt dann manchmal leicht auf 8 unterschiedliche Ausdrücke). Aber so schnell gebe ich nicht auf, muss mir einfach Zeit damit lassen.

Dann die wunderbare Ankunft in “meinem” Labuan Bajo. Als ich auf der Straße stand, begann ein Unwetter, und ich verbrachte eine Stunde bei einem super netten Ladenbesitzer, der mich mit meinem Gepäck reinbat. Dann zuckelte ich zu einem kleinen Hotel an der Straße, aber der Kerl wollte mich über den Tisch ziehen und 150.000 haben und ließ sich nicht runter handeln, obwohl der eine Europäer mir sagte, er zahle auch nur 100.000 . Also ging ich wieder und fand in der Absteige vom März ein Zimmer.

Plan war ja, dass ich erst mal 2 Tage auf eine vorgelagerte Insel fahre, dann ins Gartenschlauch-Hotel einziehe und tauchen gehe, da die Fähre nach Makassar erst am 30. fährt. Wie ich heute herausfand, geht sie aber am 27.11. schon, d.h. die Insel entfällt, sonst bekäme ich nur einen Tauchtag hin, was ich ja schon gar nicht beabsichtige.

Nun ziehe ich also morgen in mein nettes Hotel und gehe übermorgen das erste mal tauchen!

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