Kep

1908 von der französischen Elite gegründet, feiert Kep nun langsam wieder sein Comeback, da die Geländewagenbesitzerklasse von Phnom Penh es wieder entdeckt hat. Vom Bürgerkrieg verwüstet und der Hungersnot 79/89 geplündert galt es als echte Geisterstadt.

Hauptstrasse in Kep

Hauptstrasse in Kep

Und es ist eigentlich keine Stadt. Der Strand ist dunkel und sieht durch den braunen Sand dreckig aus, früher wurde weißer Sand von Sihanoukville zum aufpeppen hergebracht. Ab- und zu sind noch alte Villenruinen zu sehen, dazwischen neue Governmental Luxusbauten und einige kleine Hotels. Und viel Platz zwischen allem, endlose leere grüne Landschaft! Unglaublich.

Kep-Strand

Kep-Strand

Kep bietet viele Fressbuden (vor allem für Einheimische), die mit ihren Hängematten und Sitzmatten ganz ungewöhnlich sind (siehe Fotos).

Genau so außergewöhnlich sind die Seefood-Restaurants, die herrlich rustikal und gemütlich sind, und noch dazu ein Angebot haben, dass man nicht mehr weiß, was man als erstes bestellen soll. Solch ein unglaubliches bezahlbares Weinangebot kennt man sonst nur von Europa. (Wieso haben die Indonesier so was nicht??)

Ich konnte es kaum glauben - alle Weine unte 10 US Dollar!

Ich konnte es kaum glauben - alle Weine unte 10 US Dollar!

Das nächste seltsame Thema ist das kambodschanische Geld. Der Rial hat viele Nullen, genau genommen 3 zu viel, wie in Indonesien, und Italien früher, aber da waren sie so klug und haben sie einfach abgeschnitten, die 3 Nullen. Hier kommt aus dem ATM-Automaten der Amerikanische Dollar raus. Es wird in beiden Währungen bezahlt und herausgegeben. Ist etwas stressig beim Rechnen, bis man sich dran gewöhnt hat. 1 US$ sind 4000 Rial.

Für uns ist es hier deutlich günstiger als in Indonesien und auf den Philippinen, etwa wie in Thailand. Man kann Unterkünfte ab 5 Dollar kriegen, das beste Seefood geht auch ab ca. 4 Dollar los. Der Renner ist hier die Crab und der Kep-Pfeffer ist auch berühmt. Wein kostet das Glas ab 3 Dollar. Flaschen kann man ab 5 Dollar kaufen. Und was für Weine!

Mein Transport von Sihanoukville nach Kampot hat diesmal super geklappt. Ich hatte ein Sammeltaxi und gute Unterhaltung durch eine allein reisende Frau aus Singapore, die Khmer-Freunde besucht. Aber auch unser Taxi wurde übervoll, nur der Fahrer kannte nichts, und ließ den dünnen Kerl, den wir nicht mehr reinquetschen konnten, weil wir hinten schon zu viert saßen, links neben sich sitzen – da, wo man steuert!

Kaum zu glauben, aber der Mittlere fährt - halt Platzmangel!

Kaum zu glauben, aber der Mittlere fährt - halt Platzmangel!

Er saß also vorne in der Mitte und hielt das Lenkrad – 110 km lang – prima Strasse, 2 Stunden. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Die Frau aus Singapore und ich lachten uns fast tot. Und er Fahrer sagte immer: no problem, drehte sich zu mir auch noch um und grinste. (Kurze Info: in Kambodscha fahren sie wieder so wie bei uns, auf der rechten Strassenseite.)

Von Kampot aus nahm ich ein Mopedtaxi – das Wort Ojek kennt man ja noch von Indonesien. Der Fahrer quetschte sich meinen (glücklicherweise nur 2/3 vollen) Rucksack zwischen Lenker und Knie, ich hintendrauf und los ging´s für 3 Dollar. 40 Minuten später erreichten wir gemütlich Kep. Das war mal wieder eine Fahrt nach meinem Geschmack! Tolle Landschaft übrigens, erinnerte mich sehr an Vietnam.

jugendliche Freunde luden mich zum Essen ein ...

jugendliche Freunde luden mich zum Essen ein ...

Dort angekommen nahm ich mir Nähe Kep-Strand ein Zimmer für 10 Dollar und bestaunte kurz darauf die Hängematten-Futter-Flächen. Jugendliche stillten meine Neugier und boten mir außergewöhnlichen “Salat” an. Scharf war der natürlich, die Zunge lag mir wie ein alter Lumpen im Mund rum, den ich gar nicht mehr berühren wollte. Aber die 70-jährige Oma, die Service machte und die Kids lachten so über mein Gesicht, dass ihnen die Tränen die Backen runter liefen.

Die 70-jährige Bedienung musste den zugesauten "Tisch" abräumen

Die 70-jährige Bedienung musste den zugesauten "Tisch" abräumen

Zu Fuß lief ich spätnachmittags 2 km zu den Restaurants und versuchte mich zu orientieren. Leider lässt mich nun auch meine kleine verbliebene Kamera oft im Stich, konnte aber noch ein paar Fotos machen. Sie ist aber nicht mehr verlässlich. Macht gerade, was sie will. Und am 9.2. wollte sie fast gar nicht mehr.

Da mietete ich ein olles Fahrrad und erstrampelte alles um Kep herum, was ich zu Fuß nicht machen kann. Schwimmen war ich auch morgens. Das Wasser ist ok, halt nicht hellblau.

Morgen ziehe ich in ein aderes Guesthouse für 7 Dollar, denn das Geld geht hier weg wie warme Semmel. Und ne Bank hat es in Kep auch nicht. Soll ein Hotel geben, das einem für die Visacard 100 Dollar gibt. Das brauche ich dann auch, denn am Wochenende werde ich auf die vorgelagerte Insel namens Tonsay oder Rabbit-Island ziehen für 2,3 Tage.

Kommentare sind geschlossen.