Traveller-Leben ist kein Zuckerschlecken …

Der letzte Tag auf Katupat, den Togeans, war leider auch bewölkt, also machte ich dort gar keinen TG. (Ist für Leute, die schon viel unter Wasser gesehen haben, nicht so der Renner, da spare ich mein Geld lieber für Flores.)

Am Tag unserer Abreise mittags war das schönste Wetter – ich habe da immer besonderes Glück. Wenn ich in Bussen und Schiffen sitze, ist es heiß, bin ich eine Woche auf der Paradiesinsel, ist es oft bedeckt. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es in diesen Ländern, wenn die Regenzeit eigentlich wäre, oft ca. 10 Tage vor dem Vollmond sehr unbeständig, danach meist richtig gutes Wetter. Zumindest konnte ich nachts noch unter dem gleißenden Licht des Mondes und einer göttlichen Temperatur von ca. 28 Grad auf dem Holzsteg liegen und in den Himmel gucken.

Als wir losfuhren, sprang ein Motor nicht an und wir tuckerten mit 5 kmh Höchstgeschwindigkeit 2 Std. lang Richtung Wakai, wo die Fähre ca. 16 Uhr abgehen sollte. Macht mich inzwischen alles nicht mehr verrückt – es klappt immer irgendwie …

Bei uns auch, denn dem Meister ist es gelungen, den 2. kleinen Motor zu reparieren, so dass wir die letzten 10 Minuten richtig schnell waren. (Was ich aber auch nicht wusste: die kleinen Boote fahren tolle Abkürzungen durch die vielen kleinen Inseln, so dass man da viel Zeit einholt.) Schlussendlich kam die Fähre um 17 Uhr nach Wakai, also alles kein Problem. Ich konnte noch eine Stunde lang meinen Freunden mit dem Modem ein Lebenszeichen mailen, da Wakai seit neustem 2 Telekomseltürme hat.

Ich hatte um eine Kabine gepokert, die ich auch für stolze 30 $ (umgerechnet) bekam. Damit machen die Besatzung des Schiffes extra Geld. Ich glaube, ich hatte die des 1. Steuermanns oder Kapitäns. Gehofft hatte ich auf eine wunderbare Nacht. Tatsache war, dass ich fast gar nicht schlief auf dieser 12 stündigen Reise. Die Vibrationen der Maschinen auf dieser Höhe (fast 2. Stock) waren ungeheuer. Es war auf dem Bett wie bei einem schlechten Rüttelmassage-Stuhl. Ich erinnere mich nicht, so etwas erlebt zu haben, als ich auf einer Matte auf dem untersten Deck nach Alor schlief, wo ansonsten die Autos stehen und alles offen ist.

Gegen 5 Uhr kamen wir an, es standen Sammeltaxen draußen, die nach Manado starteten. Sehr praktisch, also nicht erst noch mit irgendwelchen Halsabschneidern zum Busbahnhof. Dafür fuhr das unsere halt noch eine Stunde durch die Stadt und holte 2 Leute ab, bevor ich erkannte, dass wir auf der Straße nach Manado waren. Egal, dafür waren wir nicht vollgepropft, was aber nicht bequem sitzen heißt, da ich in der 3. Reihe bei dem Kijang war. Wie abgesprochen, schmiss mich der Fahrer nach 10 Std. Reisezeit raus, damit ich in ein lahmes Sammeltaxi steige, welche mich in das hoch gelegene Tomohon bringen sollte, wo ich unbedingt noch den bizarren Samstagsmarkt der Minhasa-Leute sehen wollte, bevor ich die letzte Stunde nach Manado und Bunaken mache.

Nächste Überraschung war leider, dass es kein Hotelchen im Zentrum dort gibt, d.h. nicht am Markt und dem Busterminal. (wie das Thema ausgeht, sehe ich dann morgen.) Keiner kannte was, alles ca. 5 km außerhalb. Also stieg ich meinem Gelärsch noch 2 x intern um, bis ich eine Holzhütte in einem tollen Gartenambiente bekam. Die Landschaft hier finde ich wirklich berauschend: Reisfelder, gefplegte Dörfer mit vielen Blumen, Bambus, Zyperngrass, viel Wasser überall und leider Temperaturen, für die ich fast keine Klamotten dabei habe. Kühl, wegen der Höhe. Touris kommen oft hierher, um den Vulkan zu besteigen. Ich hatte Glück mit dem Wetter, die Sonne schien, als ich ankam. Da ich heute noch nichts gegessen hatte, bin ich um 18 Uhr zur Hauptstraße zum Essen, war um 19 Uhr eine Stunde in einem laufend abstürzenden Internetcafé und kam dann heim, um mich beim Froschgequake zur Ruhe zu legen.

Nein, Familienfest der Besitzer hier in der Anlage – 50 kreischende Kinder und laut rufende Indonesier (Spezialität von ihnen) aßen zusammen. Ich wurde eingeladen, tauchte aber nur kurz auf, sichtete das Buffet (Hund, viel Fleischgekrotzel und kleine Fische voller Gräten, an die man gar nicht ranzugehen wagt usw., also nichts für mich). Ok, wieder Pech gehabt mit der Nachtruhe. Bleibt nur zu hoffen, dass sie früh Feierabend machen, deshalb schreibe ich diesen Blog noch. Aber don´t worry. be happy – ich liebe das Reisen und die ständigen daraus resultierenden Herausforderungen.

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