Namibia Teil 2

Am 1. Oktober fuhren wir erst 80 km Rappelpiste nach Outjo, wo wir tankten und einkauften, dann ging es weiter Richtung Anderson Gate und Okaukuejo des Etosha Nationalparks. 40 km vor dem Eingang zum Park ging es von der asphaltierten Straße ab Richtung Epacha zu dem 27.000 ha großen privaten Wildreservat, in dem unsere Eagle Tented Lodge stand. 4 km vor dem Ziel gab´s dann auch bei uns den obligatorischen Plattfuß jedes Namibiafahrers. Innerhalb 10 Minuten wechselte Frank den Reifen, dann war er aber erstaunt, dass die 5. Schraube nicht mehr reinzudrehen war. Das Gewinde war total „ausgenuddelt“ wie man so sagt.

Der Reifen wurde vor Ort von einem Mechaniker repariert, aber trotz neuer Gewindebohrung ging die alte Schraube nicht mehr rein und der nette Mechaniker der Lodge hatte nur noch kurze Schraubenexemplare. Zum Ausgleich für den ganzen Hickhack bekamen wir ein Luxuszelt wie im Märchen mit tollem Balkon und Kühlschrank übrigens. Hier entspannte ich erst mal am Pool und war froh, dass wir hier 3 Übernachtungen hatten.

Am nächsten Tag fuhren wir vorsichtig zurück nach Outjo zur Vertragswerkstatt unserer Vermietfirma. Der Werkstattleiter dort versorgte uns mit 2 neuen Schrauben, das 5. Loch blieb frei, war nicht mehr zu benutzen. 

Geht auch so, meinte er und bescheinigte uns das, damit es bei der Rückgabe des Wagens keinen Ärger gab.

Wir schauten uns etwas um, kauften neuen Weißwein und gingen in der Outjo-Bakery Mittagessen. Chicken Liver piri piri – 1,40€ – sau lecker, dazu einen Savanna Dry Cidre auf Eis!

Nachmittags fuhren wir zum Etosha-Eingang. Schauten uns das Okaukuejo Camp an (hier wollte ich nicht wohnen), kauften eine 2-Tageskarte für den Park, bestiegen den Aussichtsturm um uns zu orientieren, und schauten uns am Wasserloch die ersten Elefanten, Giraffen und Springböcke an.

Fuhren noch eine Runde von 40 km auf entsetzlichen Rüttelpisten – sahen aber wenig Tiere – und kehrten gegen Abend in unser Tented Camp zurück. 

In unserem Privatpark gab es bei unserer Rückkehr deutlich mehr zu sehen.

Und beim Sundowner auf unserem Balkon besuchten uns Giraffen. Herrlich.

Am 3.10.2019 sind wir frühmorgens los. 

Blöd war die Lage unserer Lodge, man fährt fast eine Stunde (60 km) bis Okaukuejo, dem Ausgangspunkt der ganztägigen Etoshatour. 

Das Highlight morgens war das Wasserloch Nebrowni mit Kudus und Springböcken, einem Nashorn und Olifantsbad mit Oryx, Straußen und Springböcken.

Dann wieder eine Stunde retour zur Lodge – und dann genossen wir noch einen herrlich vergammelten Nachmittag am Pool.

Am 4. Oktober machten wir uns um 8.30 Uhr auf die lange Tour durch den Etosha Park vom Anderson Gate (Etosha Süd) nach Namutoni (Etosha Ost), insgesamt 210 km. 

Um 14 Uhr kamen wir dort an und haben unterwegs an diversen Wasserlöchern (z.B. Sueda und Salvadora) viele Tiere gesehen.Landschaftlich sehr schön war die weiße Salzpfanne, sie sah aus wie ein See. Sie ist insgesamt 130 x 50 km groß und war vor ca. 16.000 Jahren mal ein See, bewässert von dem Fluss Kunene aus Angola.

Wir fanden die Durchquerung des Parks von der Landschaft her sehr interessant, die Rüttelstraße war nicht zu hoppelig, und es gab wahnsinnig viele Tiere zu sehen. Namutoni ist, ebenso wie Okaukuejo eine ehemalige Polizei- und Militärstation, jetzt ein Rastlager für Touristen mit Tankstelle und allen Versorgungsgeschichten. Hier hätte ich auch mal eine Nacht übernachtet. Gefiel mir irgendwie. Das Fort gilt heute also Nationaldenkmal. 

Dieses Mal übernachteten wir im Onkoshi Camp an der Salzpfanne innerhalb des Parks – von Namutoni aus nochmal 30 km nach Norden. Es kam mir vor wie in Asien – Stelzenhütten am Meer – nur hatte das Meer Dauerausgang. Wir lagen kaum am kleinen Pool, als plötzlich 2 Elefanten auftauchten – die wohin liefen??? Zu unserem (!) Wasserloch und soffen das Poolwasser ! Echt, herrlich!

Bisher gabs auf unserer Reise noch keine Moskitos, obwohl es abends schön warm war.

Nur diesmal fielen die Moskitos ab der Dämmerung in Scharen über uns her. Gut, dass es ein Netz ums Bett herum gab.

Am nächsten Morgen schauten wir uns in der Umgebung von Namutoni alle acht Wasserlöcher an, bevor wir den Park durch das Osttor verließen.

Klein und Groß Okevi, Koinachas und Chudup waren der Renner!

Kurzer Weg zur Onguma Etosha Aoba Lodge, im privaten Wildreservat Onguma.

Tolle „Hütten“ in der Wildnis, Tiere konnte man vom Pool und dem offenen Restaurant aus am Wasserloch beobachten. Sensationell. Hier machten wir uns noch zwei faule Tage bevor es zu unserer letzten Übernachtung am Waterberg ging, auf dem Weg zurück nach Windoek.

Fahrt zum Cheetah (Gepparden) Conservation Fund am Waterberg National Park. In Namibia leben ca. 3000 (von weltweit 15.000 Gepparden). 95% davon leben im Farmgebiet und viele Farmer greifen aus Sorge um ihr Vieh zum Gewehr. Der CCF nimmt auf seinem 30.000 ha großen Areal durch Abschuss bedrohte Tiere oder verwaiste Jungen auf. Im Vordergrund steht jedoch die Erforschung vom Verhalten der Raubkatze. Ziel ist dabei, zum Erhalt des bedrohten Tieres aufmerksam zu machen.

Wir waren bei der Fütterung dabei und buchten anschließend noch eine Tour durch das nah gelegene Areal, wo zur Zeit 4 zahme Raubkatzen leben.

Anschließend ging es zur Waterberg Plateau Lodge, die im Otjisongombe Tal liegt, einer grünen Oase am Südrand des Waterberg Plateaus. 

Dieses erhebt sich 200 m aus der Ebene und besteht aus porösem roten Sandstein und ist ca. 20 km breit und 50 km lang. Diese 400 qm stehen mittlerweile unter Naturschutz. 

Am Fuß des Waterberg gibt es viel Oberflächenwasser (nach dem Regen, wenn er denn kommt) und einige Quellen, was viel Wild und die Hereros anzog 

(Und an die Vernichtung von ca. 40.000 Hereros im Jahre 1904 durch 1600 deutsche Kolonialsoldaten erinnert noch ein Soldatenfriedhof.)

Was uns diese Lodge bot, war das 3. Highlight für mich: Eine „Hütte“ mit einer privaten Terrasse, eigenem Planschpool und einem unbeschreiblichen Ausblick! 

Am nächsten Morgen liefen wir nach dem Frühstück den Anderson Trail, eine Wanderung durch eine unglaubliche Gesteinslandschaft mit fantastischen Farbschattierungen.

Das war der richtige Abschluss für die letzten 2 Nächte unserer Namibiareise. 

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