Hanoi

Wir hatten einen sehr speziellen Bus für die 7 Std.-Fahrt von Ha Giang nach Hanoi. Jeder hatte eine Art Liegebett. Gut durchdacht, ganz luxuriös und bequem, nicht zu runtergekühlt, sogar mit Decken, und der Preis ist enorm günstig. (200.000 Dong = 7,60€)

Angekommen in Hanoi am etwas außerhalb liegenden Busbahnhof namens My Dinh nahmen wir uns ein Meter-Taxi, welches uns zu unserer traumhaften airbnb-Unterkunft am südwestlichen Eck des Hoan Kiem Sees mitten in der Stadt fuhr.

Es gab einen guten Supermarkt (Intimex) in 5 Minuten Entfernung, wo wir Wasser, Bier und Wein kauften – zum Essen checkten wir einige Restaurants an der an der oberen Ecke des Sees und staunten erst einmal über die Preise! Wir landeten bei der St.-Joseph Kathedrale und fanden dann auch was passendes, bezahlbar und zum Draußen sitzen – Massen von Leuten saßen im AC bei der Temperatur von ca. 32 Grad. Wir genossen die tolle Atmosphäre an der angestrahlten Kathedrale und betrachteten die vielen jungen Vietnamesen, die dort auf den Höckerchen vor den „In Cafés“ saßen.

1. Tag:

Erst am nächsten Tag ging uns die wunderbare Atmosphäre dieser Altstadt auf. Einfach zauberhaft mit engen Gassen, alten Kolonialbauten, versteckten Cafes, günstigen Garküchen und jeder Menge Charme und das beste: man erlebt das normale Leben der Bewohner hier, einfach grandios.

Wir hatten 3 volle Tage zur Verfügung und starteten den ersten, indem wir vom Hoan Kiem See aus los Richtung Norden zum Osttor von 1749 liefen. Einst war das Viertel von einer Mauer mit 16 Toren umgeben.

Irgendwann entdeckte ich in dieser Ecke eine einfache Suppenküche, die um die Mittagszeit voller Angestellten war – gutes Zeichen – wir aßen dort.

Danach trieben wir uns stundenlang in den Marktstrassen und Gebäuden des Dong Xuan Marktes herum und liessen uns durch die Gassen treiben.

Ab 14/15 Uhr Siesta – es war heiß in Hanoi – 35-40 Grad.

Noch vor der Dämmerung gingen wir am Hoan Kiem See entlang, freuten uns über Gymnastik für Frauengruppen, Jogger, Bodybuilder, fotografierten die Rote Brücke und auf dem Rückweg spät abends genoss ich auch eine Tanzsession am Ufer.

2. Tag:

In drei Tagen kann man ja nicht alles machen. Noch dazu hatte ich inzwischen eine ordentliche Erkältung, die ich mit Ibuprophen im Zaum hielt, um überhaupt etwas von der Stadt zu haben.

Trotzdem beschlossen wir, zum Literaturtempel zu laufen. Es war die 1076 die erste und wichtigste Akademie Vietnams. Hier wurden hauptsächlich hochbegabte Schüler reicher Eltern unterrichtet. Heutzutage findet im Literaturtempel zwar kein Unterricht mehr statt, dafür ist er zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der ganzen Stadt geworden.

Allerdings war dieser Gewaltmarsch bei 38 Grad Celsius schon heftig. Auf dem Weg zurück entdeckten wir fast zufällig die „Train Street“! Nur weniger Zentimeter von den Hauseingängen entfernt, fährt hier ein paar mal pro Tag ein Zug entlang. Und wenn der Zug gerade nicht kommt, wird mitten auf den Gleisen einfach normal gelebt: das Essen zubereitet und mit den Kindern gespielt. Einfach herrlich. Die Zug-Zeiten sind in ein paar Cafes dort ausgehängt.

Wir sahen leider keinen Zug, entdeckten aber um die Ecke eine gute Strassen-Restaurant-Ecke, in der wir genußvoll entspannten.

Nach der üblichen Siesta zu Hause liefen wir wieder am See entlang Richtung Norden und entdeckten die bekannten Ta Hien Street, wo sich reiht sich eine Bar an die nächste reiht. Was hier abgeht ist kaum in Worte zu fassen und die reinste Reizüberflutung!

Nix wie weg von den aneinander gereihten Restaurants, wo die Waiter alle mit den Menükarten in der Hand auf Kundenfang sind.
Wir bogen ab und entdeckten die „Bia hoi“ Kneipen. Meist werden abends gekühlte Fässer beigeschafft, man sitzt auf kleinen Hockern direkt an den Strassen, kann Leute und das vietnamesische Verkehrsleben gucken und bezahlt ca. 20 Cent für ein frisch gebrautes Bier. Fantastisch. Danach gingen wir essen – so eine Art Fondue ohne Flüssigkeit auf einer heißen Platte.

3. Tag:

Wir schleppten uns bei der Hitze vormittags zur Zitadelle, fanden aber das ganze Ambiente nicht besonders und hauten schnell wieder ab. Auch das Ho Chi Minh Mausoleum ließen wir aus.

Und wir kauften uns auch keine Karten für das Wasserpuppentheater.

Die Vorstellung fand nämlich in einem Gebäude statt und nicht auf dem Hoan Kiem See, wie ich immer gedacht hatte. Außerdem sind die gespieltem Geschichten nur auf Vietnamesisch und alle Besucher, die ich interviewte, fanden die Veranstaltung eher langweilig und not value for money.

Stattdessen probierten wir endlich mal die Bun Cha. Die frisch gebratenen Fleischklößchen hatten mich schon am 1. Tag begeistert. Aber wie immer kam alles anders. Nachdem wir uns gesetzt hatten, gab es eine Art Suppe, mit Nudeln, und darin gab man dann die krossen Frikadellen. Ich war etwas enttäuscht. Man hat immer andere Erwartungen, wenn man nur vorbeigeht und kurz zuschaut.

Am 26.5. nahmen wir den Shuttlebus von der Vietnam Airline (40.000 Dong pp = 1,50€) und fuhren zur Airport.

Gradios war, daß wir unser Gepäck bis FFM durchchecken konnten, obwohl wir in BKK die Airline wechselten. Also alles ganz entspannt.

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