Liveaboard Papua West und Raja Amapt

Am 14. Dezember bestiegen wir unser Tauchboot, welches uns von Kaimana, West-Papua, zur Inselwelt von Raja Ampat bringen sollte.

Nach Mittagessen und Kabinenvergabe fuhren wir los Richtung Triton Bay und
machten einen Check-Tauchgang – leider mit schrecklicher Sicht von 5 Metern.

In der ersten Nacht schliefen wir ganz schlecht, denn wir hatten die kleinste Paar-Kabine bekommen, das Bett war nur 1,20 m und war seitlich durch eine Wand begrenzt. Die anderen Kabinen waren allesamt größer, aber Wechseln ging nicht. Das nächstemal, falls es das geben sollte, sind wir nur Freunde und schon kriegt man zwei Betten.


In der Tritonbucht gibt es sogenannte Bagangs, Fischfangstationen, unter denen sich manchmal Walhaie herumtreiben. Doch bei Vollmond lassen sich sich nicht blicken – und wir hatten Vollmond. Trotzdem fragte unser Boss herum – und siehe da, es wurden welche gesichtet. Also nichts wie hin – und dort sollte sich dann mein Traum erfüllen: Walhaie sehen!

Früh um 7 Uhr gings zum Tauchgang an einen Bagang – und dort wurden wir schon mit einer eindrucksvollen Rückenflosse begrüßt, die aus dem Wasser wackelte.

Ich wurde fast ohnmächtig, als ich diese Riesen unter Wasser herumschwimmen sah. Der Walhai an und für sich ist nicht nur ein großer Fleischberg, da hängen wie an einem Christbaum überall unzählige Schiffshalter dran . Auch begleiten diverse haiähnliche Fische (cobia) den Riesen.

Und wunderbarerweise waren es vier Whale sharks, die da zwischen 10 und einem Meter ihr Unwesen trieben, sich teilweise anrempelten und mich auch einmal von hinten erwischten. Witzig und total harmlos sind diese Tiere. Plötzlich hörten wir ein zwitscherndes Fiepen – da waren Delfine in der Nähe. Und – auch sehr selten zu sehen – tauchten fünf Meter tiefer welche unter uns auf !!!

Wir machten 2 Tauchgänge dort und waren alle total aus dem Häuschen.

Nachmittags begann ein langer Trip, der 14 Std. über Nacht dauern sollte.

Die Wellen wurden größer und das Boot schlingerte entsetzlich. Ich versuchte vergebens, meine aufkommende Übelkeit auf verschiedenen Liegeplätzen in den Griff zu kriegen. In unserer Bugkabine war es der Horror. Schlußendlich sank ich nach meiner Totalentleerung halbtot auf eine Gummimatratze im Tauchraum, deckte mich mit feuchten Handtüchern zu und nickte ab- und zu ein. Am nächsten Morgen ankerten wir und ich wankte wieder zu Frank hinunter. Tja, das hatte ich unterschätzt: wir sind in einem Liveaboard, welches eine lange Strecke bis nach Raja Ampat erst einmal bewältigen muß. Für die nächsten beiden Nachtstrecken nahm ich Tabletten, so daß zwar das starke Rollen und Schaukeln spürbar war, aber ich keine Übelkeit mehr hatte.

Kurz nochmal zum Boot:

Die Ondina ist bestens organisiert, sehr gepflegt und das Essen ist der Renner. Die Chefs sind Spanier, die Mannschaft Indonesier, vor allem aus Sulawesi. Wir waren eine nette Truppe von 16 Leuten diverser Nationalitäten. Alles gute Taucher, einige Fotografen dabei.
Tauchgänge gibt es 3-4 pro Tag – man geht ca. 21 Uhr ins Bett und steht spätestens 7 Uhr auf – sogar für mich kein Problem. Die Tauchgänge auf dem Weg nach Raja Ampat waren sehr gut, allein schon wegen der Walhaie und der Mantas. In Raja Ampat selbst tauchen wir vor allem um Misool herum. Auch hier ist die Welt unter Wasser noch so, wie sie im letzten Jahrhundert noch überall in Asien war. Gorgonienfächer, Weich- und Hartkorallen und Schwämme, vor allem die Farbenwelt ist einfach einzigartig. Das Wasser hat meist 30 Grad, also frieren muss man auch nicht und seit dem 14.12. haben wir fast durchgehend gutes Wetter.

Am 23.12. checken wir in Sorong aus, verbringen noch eine Nacht in einem Hotel am Airport und fliegen dann frühmorgens über Weihnachten nach Palu zum Prince John´s Resort.

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