Derawan

Nach einer recht abenteuerlichen zweitägigen Odyssee (Bus, Boot, Boot, 2 x Sammeltaxi + Boot) bin ich mit einem netten jungen Schweizer Paar von Tawau (bei Semporna/Mabil, Sipadan) aus Richtung Süden, die Ostküste Borneos runter, auf der Insel Derawan gelandet.

Derawan, die unberührte UW-Welt mit Hunderten von Meeresschildkröten und viel Fisch lockt mit wenig Tourismus, einfachen Unterkünften, netten Indonesiern, einem sauberen Dorf und kristallklarem Wasser. Es gibt zwar eine Tauchschule, die Leute dort muß man aber dazu überreden, tauchen zu gehen. Die Unterkünfte bestehen meist aus kleinen Bungalows, die auf Stege gebaut sind.

unsere Anlage vom Meer aus

unsere Anlage vom Meer aus

Auf Derawan ist nichts einfach, alles muss man selber organisieren. So etwas von “nett ignorant” gegenüber Touristen habe ich noch nicht erlebt. Ein nettes Restaurant mit den Tischen draußen und Blick aufs Meer sucht man hier vergebens. Die “Restaurants” kochen das, was sie immer schon machen, Nasi und Mie Goreng. Kleinen Fisch, Shrimps, Sepia und Huhn gibt es auch. Aber nicht in den Varianten, die wir so kennen. Oft wird in Teig getunkt und in Palmöl totgebraten, unter “Tomatensauce” verstehen sie Ketchupwasser, Gegrilltes (bacar) kommt meist schwarz auf den Tisch. Gemüse kommt als Boullion mit Kartoffel-, Karottenstückchen und etwas Grünem. Bestellt man Reis mit Fisch und Gemüse wird einem ein Berg von weißem Reis mit einem Esslöffel Wasserspinat (mit harten Stengeln) und verkrotzem Fisch serviert. Und die Preise sind wie bei den “Großen”. Wenn man manchmal nicht so ausgehungert wäre, könnte man sich totlachen über die Verwechselungen und die unterschiedlichen Erwartungen. Das Hauptproblem ist natürlich die Sprachlosigkeit. Fast niemand spricht Englisch hier. (Aber das Thema Essen habe ich mittlerweile prima im Griff, ich komme später darauf zurück).

Hauptstraße

Hauptstraße

Auf der anderen Seite gibt es max. 10 weiße Touristen und zum Wochenende hin massenweise große Familien wohlhabender Indonesier, die zu sechst im gleichen Hüttchen wohnen wie ich alleine – aber mit AC. Und der läuft war nur nachts, wo es eh angenehm kühl ist, da es Strom nur von 6 pm – 6 am gibt.

Meine Hütte

Meine Hütte

Der Ort ist für indonesische Verhältnisse sehr sauber, das Wasser glasklar, Schnorcheln ist gut, da sich zig Schildkröten unter Wasser tummeln und auch sonst noch was zu sehen ist, aber die ehemaligen Korallen sind weißer Friedhof . Es gibt aber starke Strömungen, so dass man nicht einfach hin- und zurück schwimmen kann. So läuft man an einen entfernteren Steg und lässt sich nach Hause treiben oder umgekehrt.

Der Schweizer hat unsere 2 Sarongs und meine Brille in einem Schwimmsack wie eine Boje hinter sich her gezogen, denn man kann durch das moslemische Dorf nicht in der Badehose spazieren. In die Flipflops sind wir mit den Händen reingeschlüpft – ein Supertrick von Anna + Adam, meinen Schweizer Freunden aus Winterthur. 1. kann man besser kraulen und schwimmen, 2. bei problematischem Ufer die Dinger anziehen und 3. bequem wieder durchs Dorf tappen ohne die Moslems zu beleidigen.

Tauchen und Schnorcheln hier ist auch nicht einfach. Die Schnorcheltour nach Kakaban war bis auf eine Ausnahme (bei 50 Schildkröten hörte ich auf zu zählen) ein Flop. Bombing, Poissoning und Bleiche lassen grüßen. Der Tauchtrip erfolgte mit einem lahmen und super lauten Fischerboot. Der 2. TG (Mantapoint) fiel wegen Sicht von 1 Meter aus.

Nochmal zum Essen, beziehungsweise zu meiner persönlichen Entwicklungshilfe hier:
Widarti (Restaurant NUR) hat jetzt einige Rezepte kapiert. Heute werden wir ihre Speisekarte ändern, zusätzlich zu den normalen Dishes, so dass die Touris mal was anderes und hier Neues bekommen:

Fried Mixed Vegetables, fried Tempé mit grünen Bohnen, Shrimps gekocht mit selbstgemachter Sambal-Sauce zum Tunken, “Salat” von Gurken + Tomaten-Scheiben mit kleinen Zwiebelchen und evtl. einer Sauce aus Sojasauce mit Lemon, Sepia gebraten in Knoblauch und Zwiebeln. Nachtisch: Papaya mit Lemon drüber geträufelt.

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