Mittwoch

Gestern war der letzte Tag mit der Behindertengruppe, Maya kaufte eine Torte und sie futterten sie.

Ich fuhr ins Zentrum von Ashgabat, ging mal in eine Gallerie, entdeckte dabei das englische Citypub und fuhr gegen 18 Uhr zur Sprachschule, wo ich eine Infostunde über meine kreativen Arbeiten in der Vergangenheit und das jetzt erarbeitete auf Englisch für die Studenten hielt. Dann kam ich auf die dumme Idee, weil es zum draussensitzen etwas zu kühl und es schon Pub-Zeit war, heute mal das Citypub im Zentrum zu besuchen.

Lange Wartezeit auf den richtigen Bus (ab 20 Uhr fahren sie selten, ab 21 Uhr fast gar nicht mehr, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht), 20 Minuten Walk, dann war ich im Pub. Ein Blick auf die Karte, und ich glaubte es fast nicht. Die wollten für ein Bier 16 Manat! Normalerweise gibt es das im “Cafe” für 3 Manat. Ich zog entrüstet wieder ab, obwohl ich großen Durst + Hunger hatte.

Nach einer Viertelstunde Wartezeit auf den 22er Bus wurde die Straße gesperrt, da der Präsident sie weiter hinten mit dem Auto durchqueren wollte. Als die Straße wieder offen war, war es viertel nach neun. Ich kam mit einem netten jungen Mann ins Gespräch, der auch großen Hunger hatte und den gleichen Bus nehmen wollte. Der meinte dann, heute kommt keiner mehr. Ich sollte doch ein Taxi nehmen. Ich darauf: ich kann dem Taxi nicht sagen, wo ich hin will. Der warf sich fast weg vor Lachen. Aber mit dem Bus weißt du, wo du hin willst. Klar doch. Ich erzählte ihm von dem kleinen Markt vor der großen Hauptstraße und von einem Café auf der Busstrecke des 22er. Er meinte, er wüsste, wo der Markt ist, er wohne nebenan. Also nahmen wir ein Taxi zusammen, was er unbedingt zahlen wollte, als ich plötzlich rief: hier ist mein Café. Glücklicherweise war es für das Essen noch nicht zu spät, ich trank schon mal ein Bier, er lief heim, Geld + Autoschlüssel holen und kam dann zu mir. Wir unterhielten uns gut, aßen uns an Kebab satt, wurden um 22.30 Uhr rausgekehrt, und er fuhr mich brav heim.

So ist es doch immer, wenn man ein blödes Erlebnis hat, kommt ein Engel und hilft einem.

Große Freude, als ich heimkam: mein Pekinesen-Feind war wieder da. Anscheinend kann die Tochter ihn nicht mehr bewachen, da sie auch noch eine Katze im Haus haben. Also lasse ich mir morgens von ihm wieder kläffend auf die Waden spucken und gehe dann duschen. Das Leben ist hart. Noch 4 Nächte!!! (Aber die Tage sind ganz prima).

Heute morgen wurde ich abgeholt und hielt vor den Mitarbeitern des Behindertenzentrums meine Einführungsstunden. (Auch eine gute Übung, klappt mittlerweile ganz locker, früher konnte ich das gar nicht gut, vor einer Gruppe sprechen). Danach gab es ein prima Mittagessen und der halbe Verein machte mit mir einen Ausflug zu einem unterirdischen See, der 36 Grad hatte, 1 Std. von Ashgabat entfernt.

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