Zurück aus Kei Besar

Ich bin wieder zurück aus der Fast-Steinzeit. Unglaublich alles, aber wahr.

Ich bin dankbar, dass ich das alles erleben darf …

Ohoiwait


Ich fuhr also mit einer kleinen Fähre nach Elat auf Kei Besar, der zweiten grossen Insel der Keis.

Eine Molukkenholländerin empfahl es mir sehr und gab mir Orte und Adressen, wo ich mich schlafen und essen könnte, denn Homestays gibt es da keine.

Also gelandet und schon sass ich hinter einem coolen Ojek-Driver hintendrauf. Ich wusste aber nicht, was auf mich zu kam. Kei Besar ist bewaldet und hat richtige Berge. Leider nicht die passenden Strassen dazu. Es ging super steil nach oben, von Asphalt kaum eine Spur, viele grosse Steine. Ich wollte ein paar mal absteigen, aber er fuhr gut. Nachdem ich noch einen kleineren Mopedunfall an so einer Steigung gesehen hatte, war mir die Gefährlichkeit der Lage voll bewusst. Aber was sonst machen? Laufen bei (mindestens) 35 Grad ?

Wir kamen an, ein richtig schönes sauberes Steindorf, aber die Leute, bei denen ich schlafen sollte, waren nicht da. Ok, die halbe Dorfbevölkerung fiel dafür über mich her, auf indonesisch natürlich. Und als ich sie nicht verstand, wiederholten sie alles immer noch lauter. Ich dachte, nur keine Panik kriegen, es wird alles gut. Irgendwann in der Hitze wollte ich baden gehen, 5 Leute begleiteten mich – und siehe da, da tauchte das Ehepaar John und Celina auf, aber die sprachen auch kein Englisch.

Na prima, ich sagte, ich käme von Esther aus Tual und alles funktionierte. Der holländische Besuch (alles Molukken, keine Weissen) war dummerweise gerade in einem anderen Ort, sollte aber am nächsten Tag wiederkommen.

Ich ass Bananenblüte gerappt als Gemüse, Mie und Sambal (Rezept: Chillies, Garlic, Tomate, Zwiebel und Salz).

Ging früh ins Bett.

Der Ort heisst Ohoiwait, der nächste Ohoirenan. Viele dieser Dörfer beginnen mit Ohoi. Witzig, oder?

Kurz und gut, ich war der Star des Dorfes. Alleinsein ist nur im Zimmer möglich. Am nächsten Tg brachte ich den Kindern 4 Worte und Sätze Englisch bei, las und ging, als Gott-sei-Dank Netti kam, die übersetzen konnte, mir ihr auch baden.

Wir lachten viel, die Dorfbewohner lachten sich auch tot über mich und meine Eigenschaften (mein Lachen kommt wohl überall gut an), und das ulkigste überhaupt ist, dass ich Nudeln, Gemüse und Sambal esse – ho ho. Und keinen kleinen Grätenfisch !

Tja, so ist es da. Ca. 10  Farbfernseher im Dorf, aber keinen Kühlschrank (an kaltes Bier nicht zu denken), dafür bekam ich aber einen sauguten weichen Arak am 2. Tag. Die zunehmende Hitze vor der Regenzeit machte auch mir zu schaffen. 35 Grad und mehr – ich bin laufend von oben bis unten nass. Das Meer ist nicht erfrischend, hat auch mindestens 30 Grad.

Am 3. Tag lief ich nach Ohoirenan, oh Staunen, eine halbe Stunde, das läuft hier keiner. Dort war auch der molukkische Hollandbesuch von Netti, war klasse dort.

Ich zog herum wie der Rattenfänger von Hameln. Die Leute dort hatten noch nie einen Weissen gesehen.

Anscheinend haben sie mich alle ins Herz geschlossen, sie wollten mich kaum weglassen. Aber auch dieses nette Kaff ist auf Dauer nichts für mich.
Heute ging es zurück. Ich kaufte das Ticket für die Fähre, die nur alle 2 Wochen geht und steige in Banda aus. Vielleicht etwas leichtsinnig, da es keinerlei Auskünfte hier darüber gibt, wie ich von dort aus ca. 5 Tage später nach Ambon komme.

Darüber mache ich mir dann auf Banda Sorgen …

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