28.1. – 31.1.2026
Saß neben einem jungen Studenten, der Englisch sprach, das verkürzte die Busfahrt von Palitana nach Ahmedabad um einiges. 9 Uhr -14.30 – ging ja noch.
Mit dem Tuktuk zum Electric House und MG Heritage Hotel in Dalbagh, mein Hotel Good Night war direkt nebenan. Schock, keine Zimmer mit Fenster, nur eins, das zur stark befahrenen Straße ging, aber man auf die berühmte Moschee Sidi Saijad gucken konnte.



In Ahmedabad hat zwischen 15 und 17 Uhr kein Restaurant offen, auch was Neues! Futterte notgedrungen an einem Imbiss an einer lauten Kreuzung (!!!!) einen fried vegetable toast, der auf dem Poster lecker aussah – aber bis ich die dreifache Mayo da runter gekratzt hatte, war das ganze nur noch Brabbes. Total frustriert bestellte ich mir ein Lassi, aber das Lassi war sweet und aus der Verpackung.


Ich schaute mir noch das MG Heritage Hotel nebenan an, ein Traum, aber nicht bezahlbar. Gegenüber schön beleuchtet die Moschee.





Abends traf ich im Luckies Resto einen alten Freund einer Bekannten aus Saarbrücken, die lange hier gearbeitet hatte. Er war ein Reiseführer der besonderen Art mit vielen Kontakten, aber ich verweigerte alle gut gemeinten Vorschläge, denn ich wollte in den zwei Tagen in dieser Stadt unabhängig bleiben.
Am nächsten Tag lief ich am Bhadra Fort vorbei und betrat durch das Teen Dawaja Tor den riesigen Markt Manek Chowk. Dort ließ ich mich treiben, Er war vormittags schön leer und es gab so viel zu beobachten. Einfach herrlich.















Danach beobachtete ich ein anderes Phänomen. Vor den einfachen Restaurants saßen Menschen ruhig wartend auf dem Boden. Ab und zu wurden Inder in das Restaurant zum Essen reingelassen, und ab und zu winkte der Kassierer jemanden von den Wartenden, der durfte dann auch ins Resto. Seltsam.
Konnte mir auch das nicht erklären. Später erfuhr ich es. Die
besser betuchten Inder essen, lassen das Wechselgeld da, und dann wird der Reihe nach jemand reingelassen, der von der Spende kostenlos Essen bekommt.


Bevor die Restos um 15 Uhr wieder schlossen lief ich in Richtung meines Hotels und betrat das nette, durch eine ordentliche Glastür von der lauten Strasse abgetrennte Nutan Restaurant! Der Strassenlärm blieb draussen, es war sehr sauber, hatte ein gutes Englisch sprechende Kellner, war nur leider etwas gekühlt durch AC. Ich bestellte entgegen dem Rat der Bedienung Bhindi Fry statt Bhindi Masala und die Okra waren wirklich bei diesen dünnen Streifen frittiert zu trocken.
Nachmittags zog ich noch einmal los und der nächster Versuch, Geld zu ziehen klappte. Und ich lief nochmal in Richtung Manek Chowk. Jetzt rappelvoll von Menschen im Shopping Rausch. Also wieder Maske auf und Ohrstöpsel rein.



Aber endlich fand ich die versteckte Moschee Jami Masjid, ein Ort der Ruhe. Nach dieser Erholung lief ich heim und schlug mich durch das Verkehrschaos.











Abends nochmal ins Lucky Resto, nahm die seltsamen „Käfige“ mitten im Resto wahr. Keiner konnte mir was dazu sagen. Erfuhr später, dass das Areal ein moslemischer Friedhof war vor 150 Jahren, und diese Gräber müssen dann bleiben, selbst wenn der Ort mittlerweile ein Restaurant ist. Schon seltsam.



Am nächsten Tag (22 Grad um 11.30) lief ich über die Brücke, um am Fluss entlang zu gehen Richtung Design-Institut.
Bis zu der nächsten Brücke, lief alles bestens. Ruhig, kein Verkehr, kaum Fussgänger. Dann kam die verdrehte Atal-Brücke, ab dort war meine Flusseite gesperrt. Nachdem ich etwas Zirkus machte, denn ich hätte zum Design Institut nur noch 10 Minuten weiterlaufen müssen und schon wäre mein Ziel des Tages erreicht gewesen.
Nein, nichts zu machen. Also ein Ticket für die Brücke kaufen, rüber auf die andere Seite, dort weitere Absperrungen überwinden und dann über die nächste große verkehrsreiche Brücke wieder zurück auf die ursprüngliche Flussseite. Leider war ich dann dort auf der falschen Brückenseite und schaffte es aber, die 4 Spuren unter Lebensgefahr zu überqueren.
An der nächsten Straßenecke, ich schaute auf den Boden, um vom der Strasse auf den Bürgersteig zu kommen, da sprang mich eine Eisenstange auf meiner Augenhöhe an. Dank Sonnenbrille ging das Ganze im wahrsten Sinne nicht ins Auge, nur Hut und Brille waren verbogen, und schon war ich am Design Haus, einer Oase der Ruhe.















Ich verbrachte dort eine gute Stunde, fand gegenüber auch die Tagore Hall und lief an der Straße wieder bis zur Atalbrücke.









Zurück zum Hotel über einige Kreuzungen und noch eine kleine interessante Runde durch Schrott- und Reparaturwerkstätten.




Restaurants gabs da keine, also nochmal ins Nutan Resto zu einem frühen Abendessen. Vom Zimmer aus beobachtete ich ein seltsames Phänomen.
Highlight dieses anstrengenden Tages war die Apotheke an der großen Kreuzung. Sie war wie eine Kneipe mit Theke und man trifft Englisch sprechende Leute und hat Spaß mit den Verkäufern und kann ein bisschen schätzen und lachen. Leider gibt´s da kein Bier, da Ahmedabad auch noch zum trockenen Gujarat gehört.

Also noch ein Sprite im Resto besorgt und mir das als Betthupferl mit einem Rum aus Goa gemixt. Am 31.1.26 wollte ich dann den Flug nach Agra nehmen.
